Nische finden: was tun, wenn Du Dich nicht entscheiden kannst

Stell Dir einmal vor, Du besuchst ein Restaurant auf dessen Speisekarte finden sich nur wenige ausgewählte italienische (kannst Du gerne durch die Lieblingsküche Deiner Wahl ersetzen) Gerichte. Der Koch war morgens einkaufen und erstellt seine Karte täglich danach, welche Zutaten er frisch auf dem Großmarkt bekommen konnte. Nur so kann er immer beste Qualität und Frische bieten.

Und nun stell Dir vor, Du besuchst ein weiteres Restaurant. Dort ist die Speisekarte so lang, dass Du auf der letzten Seite schon vergessen hast, was ganz vorne stand. Du bekommst aber auch wirklich alles: Pizza, Pommes, Schnitzel, Burger, Sushi und Thai Curries stehen auf der Karte. Alles schmeckt ganz ok, aber nichts davon ist wirklich herausragend.

Nun frage ich Dich, welches Restaurant ist Dein Favorit? Gehst Du nicht lieber in das erste Restaurant, in dem die Gerichte von wunderbarer Qualität sind und du bereits im Vorfeld grob weißt, in welche Richtung das Angebot gehen wird?

Oder gehst Du lieber zu Restaurant B, in dem Du zwar quasi alles bekommst, aber das riesige Angebot es Dir fast unmöglich macht, Dich für eine Sache zu entscheiden und die Qualität eigentlich auch nicht wirklich top ist?

Schon klar, worauf ich hinaus will, oder?

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Fokussiere Dich auf nur eine Nische

Auch wenn Du jetzt denkst „aber ich habe wirklich X (setze beliebige Zahl Deiner Wahl ein) superdupertolle Blog- oder Business-Ideen, lass Dir gesagt sein, das funktioniert nicht!

Natürlich ist es super, dass Du so kreativ bist und so viele tolle Ideen hast. Aber es ist auch gefährlich, denn es kann dazu führen, dass Du vor lauter Ideen nicht weiter kommst. Dass Du Dich verzettelst im Wust Deiner Pläne.

Zu viele Ideen gleichzeitig zu verfolgen, bremst Dich nur aus. Du verbringst viel zu viel Zeit damit, Dich um all diese Ideen zu kümmern und bekommst Deine PS einfach nicht auf die Straße (=Deine Ideen verkauft). Du kannst nicht in allem gleichzeitig top sein, sondern immer nur in einer Sache.

Entscheide Dich

Es gibt ganz klare und nachvollziehbare Gründe, warum es Dir so schwer fällt, Dich für „nur“ eine Deiner Ideen zu entscheiden.

Du hast Angst zu versagen

Und ganz ehrlich, das kann auch passieren. Viele Businesses scheitern in den ersten 18 Monaten und natürlich kann das auch Dir passieren (mir übrigens auch). Das Beste, was Du dagegen aber tun kannst, ist Dich für Deine beste Idee zu entscheiden und diese mit Nachdruck umzusetzen.

Denn, sein wir ehrlich, jede Idee kann grundsätzlich Mist sein. Und selbst wenn sie gut ist, heißt es noch lange nicht, dass es auch einen Markt dafür gibt. Leider ist das einfach die harte Realität. Dennoch: auch dafür gibt es Lösungen. Auch miese Ideen kann man in gute verwandeln. Dafür muss man sich ihr aber auch wirklich mit aller Kraft widmen, sich Feedback holen und dauerhaft daran arbeiten die eine Sache perfekt werden zu lassen.

Du hast Sorge, Dich festzulegen

Das ist das vermutlich größte Problem bei der Aufgabe, sich auf eine Nische festzulegen. Ja, es ist schwierig, sich zu beschränken. Ja, der Wunsch für jeden etwas anzubieten, damit theoretisch jeder Dein Kunde sein könnte, steckt in uns allen. Aber es ist ein ganz klarer Trugschluss!

Erst wenn Du Dich wirklich fokussierst und Dein Angebot auf einen kleinen Bereich beschränkst, in dem Du wirklich richtig gut bist, wirst Du nachhaltig Geld verdienen und die richtigen Kunden anziehen.

Gute Methoden um Entscheidungen zu treffen

Nun ist die Theorie ja schön, bringt Dich vermutlich aber nicht weiter, oder? Denn Entscheidungen zu treffen ist manchmal nicht ganz einfach. Erst recht nicht, wenn es sich um wichtige Entscheidungen handelt.

Bedenke aber: Entscheidungen treffen – auch wenn Du absolut keine Ahnung vom Ergebnis hast – ist ein ganz wichtiger Bestandteil davon „Unternehmer“ zu sein und Du wirst nicht umhin kommen, es zu lernen (sofern es Dir Probleme macht).

Ein paar Entscheidungsmethoden können Dir hier eine gute Hilfe sein:

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Die Für- und Wider-Methode

Vermutlich der Klassiker unter den Methoden zur Entscheidungsfindung. Nimm Dir ein Blatt und notiere als erstes Dein Problem. Dann machst Du einen Strich und teilst das Blatt in zwei Spalten; in der einen notierst Du nun alle Punkte die dafür sprechen, in der anderen, die dagegen.

Ich rate Dir auch noch, Dein Blatt danach einer unbeteiligten Person zu zeigen. Sie ist oft objektiver und kann Dir nochmal ganz neue Impulse liefern.

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Die Benjamin Franklin Liste

Eine schön Ergänzung zur Für- und Wider-Methode ist die Benjamin Franklin Liste. Sie betrachtet lediglich die Vorteile aller möglichen Optionen. Ein Blatt wird also in so viele Spalten aufgeteilt, wie es Optionen gibt und zu jeder alle pro-Argumente notiert. Genügt das bloße notieren der Punkte noch nicht aus, um eine Entscheidung zu fällen, kannst Du auch ein Punktesystem nutzen und jedem Aspekt eine Punktzahl zuweisen. Hinterher zählst du alle Punkte jeder Option zusammen – die mit den meisten Punkten hat dann „gewonnen“.

Aber Vorsicht – die Benjamin Franklin Liste betrachtet nicht die Argumente, die gegen eine mögliche Option sprechen. Du kannst sie aber wunderbar zur ersten Orientierung nutzen. Oder als reine Ergänzung zu einer anderen bzw. wenn die Nachteile bei allen Optionen gleich sind. Behalte das immer im Hinterkopf!

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Die Entscheidungs-Mind-Map

Du kannst auch eine Mindmap erstellen, um Dir bei der Entscheidungsfindung zu helfen. Mindmaps eignen sich vor allem dann, wenn es mehrere Entscheidungswege möglich sind. Hierzu schreibst Du Deine Frage in die Mitte und kreist sie ein. Davon ausgehend zeichnest Du für jede Lösungsmöglichkeit eine Linie ein. An diese Hauptlinien kommen dann alle Gründe, die für und gegen eben jene Lösung sprechen.

Einmal fertig gestellt, bietet eine Mindmap Dir eine großartige Übersicht über alle Deine Optionen.

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Die Münzwurf-Methode

Klingt etwas verrückt und klappt natürlich nur bei ja-oder-nein- oder entweder-oder-Fragen. Stelle Dir Deine Frage und lege fest, welche Seite der Münze für Lösung A und welche für B steht. Dann wirf sie hoch.

Wenn Du dann, während die Münze in der Luft ist, sofort hoffst, dass eine bestimmte Seite oben landet, zeigt Dir das direkt, für welche Lösung Du Dich unterbewusst bereits entschieden hattest. Daher ist sie eine gute Methode, um herauszufinden, ob es eine derart unterbewusste Entscheidung bereits gibt.

Aber natürlich ist sie auch super, wenn Du nach vielen Versuchen zu keiner Lösung kommst und der Zufall die letzte Option ist. Dazu aber bitte nur sehr sehr sparsam verwenden! Die Entscheidungen im Zusammenhang mit Deinem Business solltest Du wirklich selber treffen und nicht Kollege Zufall entscheiden lassen.

Probiere aus, was für Dich gut funktioniert

Zu diesen Methoden gibt es noch ein ganze Reihe weiterer Möglichkeiten, und zu einer Entscheidung zu kommen: Entscheidungsbaum, Entscheidungsmatrix, Consider-all-Facts-Methode, Consider-the-best-Methode, Scheibchen-Methode, Standpunkt-Wechsel, Best Case / Worst Case-Analyse, Entscheidungsfragen und die Zeitreise-Methode.

An Methoden zur Entscheidungsfindung mangelt es also nicht. Aber Vorsicht! Je mehr Du Dir ansiehst, desto komplizierter wird schon die Entscheidung, sich für eine Methode zu entscheiden 😉

Probiere vielleicht ein wenig rum und wähle dann die 1-2 Methoden, mit denen Du am besten klar kommst.

Ich persönlich finde z.B Mindmaps in der Theorie eine ganz tolle Sache, komme aber in der Praxis absolut nicht damit zurecht; ich habe immer das Gefühl, dass ich damit meine Gedanken nicht ordne, sondern nur noch mehr durcheinander bringe.

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